Auf Wiedersehen, Amsterdam.

❤️lichen Dank euch allen für die großartige Unterstützung zur Welt-AIDS-Konferenz.

Auch in den nächsten Tagen blogge ich hier noch Videointerviews mit spannenden Menschen, engagierten Aktivist_innen und Freund_innen im gemeinsamen Kampf für die Rechte von Menschen mit HIV & AIDS.

Es bleibt spannend. Es bleibt viel zu tun. Es bleibt eine Herausforderung.

Bye, bye aus Amsterdam – euer Flo. 💋

Historischer Moment: Sexarbeiter_innen stürmen Rede von Bill Clinton

Historischer Moment auf der Welt-AIDS-Konferenz:

Sexarbeiter_innen aus aller Welt stürmen den Saal bei der Rede des ehemaligen US-President Bill Clinton.

Die Forderungen:

💪🏾 Entkriminalisierung der Sex-Arbeit weltweit

💪🏾 Anerkennung: Sexwork is work

💪🏾 Keine Welt-AIDS- Konferenz 2020 in San Francisco solange noch Donald Trump das Land regiert

Seht hier den historischen Moment und teilt danach den Beitrag – Danke für die viele Unterstützung die Botschaften dieser Welt-AIDS-Konferenz in die reale und virtuelle Welt zu tragen

Sexwork is work

Gestern Abend war ich auf einem Highlight der Konferenz: der Sex Worker´s Opera.

Ein Theaterstück das von Sexarbeiter_innen und ihren Freund_innen initiert und auf die Bühne gebracht wurde – schon lange habe ich nicht mehr so etwas empowerndes, ergreifendes und lehrreiches gesehen wie dieses Kunstprojekt.

Im ältesten Gewerbe der Welt gibts viele Herausforderungen – und viele tolle Menschen die im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam für diese Rechte kämpfen. Denn: Sexarbeit ist Arbeit.

In keinem anderen Gewerbe gibt es wohl so viel Voreingenommenheit, Stigmatisierung, falsch verstandene Fürsorge und gleichzeitig so wenig Rechte für die Menschen die diesen Beruf gewählt haben.

Diesen Problemen hat sich das Projekt Sex Workers Opera angenommen und einen 3stündige Initierung auf die Bühne gebracht, die sich mit großen Theaterhäusern in der Qualität auf jeden Fall messen darf.

22 Mitwirkende erzählen ihre Gesichten, singen, tanzen und performern aus der Welt ihrer Arbeit und machen dabei klar: ihre Arbeit ist genausowenig illegal wie jede andere Arbeit auch. Es muss endlich ein Ende damit sein, die Menschen die sich im ältesten Gewerbe der Welt engagieren zu kriminalisieren, sie zu verfolgen, anzuklagen und der Willkür von Polizei und Behörden auszusetzen.

Es fehlt am Schutz für diese Personengruppe – vermeintliche Prositutionsgesetze sind nicht im Sinne der Sexarbeiter_innen. Im Gegenteil: Das „Schwedische Modell“ – ein Gesetz dass fortan die Freier kriminalisiert ist nicht im Sinne der Community: Denn wie sollen Menschen ihre Rechnungen, ihre Miete, den Babysitter bezahlen wenn plötzlich die Nachfrage aus Angst vor Verfolgung kleiner wird.

Wie sieht es mit der eigenen Familie vieler Sexarbeiter_innen aus: Wie akzeptiert werden selbstbestimmte Sexarbeit, wie viel Empowerment, wie viel Freundschaften, wieviel Unterstützung bekommen Menschen aus diesem Bereich?

Mit welchem Recht nehmen sich Staaten raus die in diesem Gewerbe arbeitenden Menschen so zu behandeln? Warum bekommen diese Menschen nicht den gleichen Zugang zur HIV-Medikation wie andere Gruppen?

Es lohnt sich ins Gespräch zu kommen – hier auf der Konferenz oder wann immer es die Möglichkeit gibt:

Nothing about us. Without us.

Gilt auch für Sexarbeit.

Dr Dirk Sander: „ 90-90-90 Ziele: Wir haben auch andere Probleme“

Soeben hält Dr. Dirk Sander auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam seinen Vortrag. Dirk ist Referatsleiter für den Bereich Schwule und andere MSM (Männer die Sex mit Männern haben) und Leben mit HIV bei der Deutschen AIDS-Hilfe.

Kurz vor seinem Vortrag nahm er sich Zeit für ein Interview mit mir und seinen Blick auf die Konferenz.

„Wir sind in ja mittlerweile in einer Situation in der wir wirklich ernsthaft darüber nachdenken können, dass wir auch HIV beenden können

Über mehr zu erfahren zu seinen Plänen und den Fokus auf die wichtigen Präventionsthemen „Psychisches Wohlbefinden“ und „Substanzgebrauch“ schaut das ganze Interview:

Kommt die HIV-Heilung?

Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen Aids-Hilfe über die Herausforderung der ethischen Bedenken:

DANKE fürs Folgen meines Blogs, das teilen mitdiskutieren und Verbreiten unserer Botschaften von der Welt-AIDS-Konferenz ♥️🍪♥️

Elton John rastet aus: „That makes me fucking crazy“

Ich mag ja etwas Drama. Ob im SchwuZ oder auf der Welt-AIDS-Konferenz: Menschen mit Leidenschaft sind großartig. Auch Elten John besuchte die Konferenz die noch bis Freitag in Amsterdam stattfindet und rastete hier in der Konferenz kurz aus:

„That makes me fucking crazy“

Hintergrund seiner völlig berechtigten Wut ist die Diskriminierung der LGBTIQ*-Community in Osteuropa. Die Lage für Menschen mit HIV hat sich dort drastisch verschlechtert: Mehr als 100.000 HIV-Neuinfektionen pro Jahr verzeichnet derzeit Russland. Tendenz steigend.

Was für ein Wahnsinn – denn weltweit gehen die Neuinfektionen eigentlich zurück. Wer nach den Gründen für diese Entwicklung sucht, findet schnell die Lösung: Die Homophobie der Regierung verhindert den Zugang zur Medikation: HIV-Aktivist_innen werden weggesperrt, es gibt keinerlei Zusammenarbeit mit NGO-Organisationen wie dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist.

UNAIDS ist „äußerst besorgt“ und zwar zu recht: Denn in Russland erhalten 1/3 der von HIV-betroffenen Menschen keinen Zugang zu Medikamenten. Die Folge: eine HIV-Epidemie in Osteuropa mit dramatischen Infektionszahlen.https://www.instagram.com/p/BlnYO-EnFez/?utm_source=ig_share_sheet&igshid=1ww8bk1365hm8

„Politiker müssen menschlicher werden“ forderte daher Elton John wenn das Ziel – die AIDS-Epidemie bis 2030 zu beenden – auch erreicht werden soll. In seiner flammenden Rede mahnte er dazu endlich alle Menschen als Menschen zu behandeln und nicht als Angehörige verschiedener Gruppen.

Die Diskriminierung von drogengebrauchenden Menschen, von Menschen mit HIV, von Menschen der LGBTIQ*-Community in Osteuropa ist derzeit das wohl größte Problem der globalen Anstrengungen im Kampf gegen HIV/Aids.

Dieser Virus macht vor keiner Grenze halt. Wenn es uns nicht als Welt-Gemeinschaft gelingt auf die Regierungen in Osteuropa einzuwirken kann der Kampf gegen Aids nicht gelingen.

Wenngleich ich etwas Drama mag: Lasst uns dieses Drama gemeinsam beenden.

Denis: Diskriminierung auf Rezept

„Leiden Sie an AIDS?“ Die Frage auf dem Anamnesebogen seines neuen Zahnarztes beantwortete Denis wahrheitsgemäß mit “nein”. Er ist zwar HIV-positiv, doch es geht ihm gut, HIV ist bei ihm nicht mehr nachweisbar. Von Aids kann keine Rede sein.

Auf dem Behandlungsstuhl macht Denis den Zahnarzt auf die fehlerhafte Frage aufmerksam. Und der wird sauer, weil Denis die HIV-Infektion nicht angegeben hat. „Da wusste ich, wie ich von dem behandelt werde“, erinnert sich Denis.

Diskriminierungen im Gesundheitswesen hat er schon öfter erfahren. In der Notaufnahme wurde er einmal nach Hause geschickt, weil er dem Arzt erst nach der Blutabnahme von seiner HIV-Infektion erzählt hat. Das Arzt-Patienten-Verhältnis sei jetzt gestört, argumentierte der Arzt.

„Da fühlt man sich wie ein Aussätziger“, sagt Denis.

In solchen Momenten kann ein falscher oder unsensibler Umgang mit HIV-positiven Patienten besonders fatale Folgen haben. Manche unterlassen aufgrund schlechter Erfahrungen wichtige Arztbesuche (siehe rechts).

Denis kann heute selbstbewusst mit seiner HIV-Infektion umgehen. Aber das war nicht immer so. Als er mit 29 Jahren sein Testergebnis bekam, warf ihn das völlig aus der Bahn.

„Das war alles so unrealistisch. Selbst am Empfangstresen der Arztpraxis hab ich nicht rausgebracht, warum ich da bin“, erinnert er sich der sportliche 37-Jährige.

Doch mit seiner HIV-Praxis hatte Denis Glück, und er kennt auch andere Arztpraxen in seiner Heimatstadt Halle, die im Umgang mit HIV souverän sind.

„ Das ist gut für mich persönlich aber es kann nicht die Lösung sein. Jeder Arzt muss in der Lage sein Menschen mit HIV diskriminierungsfrei zu behandeln.

Hier das Interview mit Denis:

Auch Diskriminierung erfahren?

Erzähl mir davon und schreibe einen Kommentar.

Quelle Text: Deutsche AIDS-Hilfe