Positive Stimmen 2.0: Deine Meinung ist gefragt.

Im Interview: Matthias Kuske (re.) und Brigitte Popp (li.)

Die erste Umfrage zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV „positive stimmen“ (2012) hat viele und wichtige Erkenntnisse gebracht, wie sehr HIV-Positive in ihrem Alltag Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Die Ergebnisse waren zentral für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Antidiskriminierungsarbeit und haben die Beteiligten und die Communities gestärkt.

Mit “positive stimmen 2.0“ möchten wir hier anknüpfen und neue sowie vertiefende Informationen zur HIV-bezogenen Stigmatisierung erfragen. Wir möchten zudem vergleichen, wie sich die Stigmatisierungserfahrungen verändert haben und klare Handlungsempfehlungen für Organisationen, Politik, Verwaltung und andere gesellschaftliche Akteure formulieren und damit konkret einen Beitrag leisten gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV.

Ziel des Projektes ist es, zu dokumentieren, wie Menschen mit HIV in ihrem Alltag Stigmatisierung erleben. Darüber hinaus sollen Menschen mit HIV durch die Mitarbeit in dem Projekt in ihrer Selbstorganisation und der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützt werden.

Das Projekt besteht aus drei Modulen mit je unterschiedlichen Methoden. Zentraler Bestandteil des Projekts sind peer-to-peer Interviews: HIV-positive Menschen interviewen HIV-positive Menschen zu ihren Erfahrungen mit Stigma und Diskriminierung. Dieses Modul ist die Umsetzung des internationalen Projekts PEOPLE LIVING WITH HIV (PLHIV)-Stigma-Index in Deutschland. Dafür wurden 33 Menschen mit HIV als Peer-Forscher_innen und Interviewer_innen geschult. Von Mai bis voraussichtlich Ende Dezember 2020 führen sie Interviews auf Augenhöhe mit Menschen mit HIV.

In einem weiteren Modul werden bestimmte Themen vertiefend untersucht. Das geschieht einerseits durch eine Online-Umfrage und andererseits durch Fokusgruppen.

„positive stimmen 2.0“ ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Aidshilfe (DAH) und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ). Darüber hinaus kooperieren wir eng mit den Netzwerken und anderen Organisationen der Selbsthilfe von Menschen, die mit HIV leben und den Aidshilfen und Projekten vor Ort.

Du willst mitmachen und deine Diskriminierungserfahrungen in diesem Community-Forschungsprojekt teilen?

Dafür kannst Du…

  • Dich von einem/r der Interviewer_innen des Projekts interviewen lassen.

Hierbei ist es uns sehr wichtig, die Vielfalt der Communities von Menschen mit HIV möglichst gut einzubinden: Schwule und andere MSM, Drogengebrauchende, trans*, Frauen, Sexarbeiter_innen, Migrant_innen, Geflüchtete und Heterosexuelle. Insgesamt suchen wir 500 Menschen mit HIV, die voraussichtlich bis Ende 2020 interviewt werden möchten und die bereit sind, mit den Interviewer_innen auf Augenhöhe über ihre Erfahrungen zu Stigma und Diskriminierung zu sprechen.

Nimm dafür Kontakt mit uns auf und wir setzen dich mit einem/r Interviewer_in in Verbindung.

Und

  • An der Online-Umfrage teilnehmen:

Du bist HIV-positiv, lebst in Deutschland und bist mindestens 16 Jahre alt?

Dann mach mit bei dieser Online-Umfrage und berichte anonym von deinen Erfahrungen!

Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ungefähr 30min.

Los geht´s! Klicke auf den Banner oben oder öffne diesen Link.

Quelle Text: Deutsche Aidshilfe/www.positive-stimmen.de

Die langweiligste CROI aller Zeiten

Zwei wichtige Termine sollten in keinem HIV-Aktivistenkalender fehlen: Zum einen die alle zwei Jahre stattfindende Welt-AIDS-Konferenz, welche in diesem Jahr Station in Amsterdam macht und von der ich – wie bereits in Südarfrika – wieder umfangreich bloggen werden. Zum anderen gibt es da noch die sehr medizinische Retroviruskonferenz (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) – kurz CROI – welche vom 04.03.-07.03.2018 in Boston stattfand und die neuesten Entwicklungen in der HIV- und HCV-Therapie diskutierte. Die CROI ist aus medizinischer Sicht die wichtigste Konferenz in diesen Themenfeldern.

Da sich auf der CROI in Boston nahezu ausschließlich Fachbesucher_innen tummelten müssen die Ergebnisse danach mitunter etwas aufbereitet und in verständliche Sprache übersetzt werden. Jemand, dem dies auf hervorragendeweise gelingt ist Siegfried Schwarze – Biologe und Herausgeber des Projekt Informationen.

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Die Projekt Informationen erscheinen zweimonatlich und bieten ein breites Informationsspektrum über alle aktuellen Themen rund um HIV. Eine engagierte Gruppe von Menschen – mit und ohne HIV – ist für die Redaktion zuständig. Und ja, ab und an lässt mich Siegi auch mal einen Artikel beisteuern.

Im Interview mit Siegi sprach ich unter anderem darüber,

  • warum HIV-Positive länger leben als Menschen ohne HIV
  • warum im Bereich Hepatis C kaum Neuigkeiten zu erwarten sind
  • was die Affen in der Forschung machen, wenn sich nicht für VW arbeiten
  • wie Implantate die Zukunft der HIV-Therapie verändern

Für alle, die in kurz zusammengefasster Form wissen möchten, welche Neuigkeiten auf der CROI vorgestellt und debattiert wurden – hier ist das Update von Siegi:

Wenn ihr zukünftig auch die Projekt Informationen erhalten wollt, empfehle ich euch die Seite projektinfo.de – dort könnt ihr den Verein von Siegi und seine wertvolle Arbeit auch durch eine Mitgliedschaft unterstützen oder online spenden.

medr2018_logoSiegi teilte sein Wissen erst kürzlich im Rahmen der Medizinischen Rundreise – einer tollen Veranstaltungsreiche der Berliner AIDS-Hilfe, auf die ich euch sehr gern aufmerksam machen möchte. Viele pannende Themen stehen dort in 2018 noch auf dem Programm und die Teilnahme an den Infoveranstaltungen ist stets kostenfrei.

Hier findet ihr eine Übersicht aller Termin: Medizinische Rundreise 2018

Und wie immer freue ich mich, wenn ihr meinem Blog folgt (unten rechts auf FOLGEN klicken) in den Kommentaren mitdiskutiert oder diesen Beitrag in euren sozialen Netzwerken teilt. Ganz lieben Dank dafür.