Unsere „Mutter Teresa“ von Stuttgart – Laura Halding-Hoppenheit

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Laura erhielt das Bundesverdienstkreuz: Verdient: Sie engagiert sich seit den 80er Jahren für die Community und ist das „große Herz“ der PoBe. Drum: Einfach mal DANKE

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HIV & Fußball: Zeit, dass sich was dreht

Das ich mal über Fußball schreibe – der Sportart der ich durch konsequentes Turnbeutelvergessen – schon in Schulzeiten so gekonnt aus dem Weg gegangen bin – hat hier einen guten Grund: Und der heißt FC St. Pauli.

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Gestern Abend starteten in Hamburg die Positiven Begegnungen 2016 (PoBe)- bis Sonntag diskutiert, plant und organisiert hier die HIV-Community was in Sachen HIV gerade so läuft, was sich verändern muss und wo mal so richtig auf den Tisch gehauen werden muss.

Der Profifussball wäre da so ein Beispiel. Zwar hängen in den meisten Stadien inzwischen große Banner die für Gleichberechtigung und gegen Stigmatisierung werben – die Realität in den meisten Vereinen sieht hier jedoch leider noch anders aus. Grund genug also das Motto der PoBe – Sei ein Teil der Lösung – ernst zu nehmen um hier an Veränderungen zu arbeiten.

Dies lies sich der FC St. Pauli nicht zweimal sagen: „Unser Verein ist bekannt für sein Engagement gegen Sexismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homopobie, gegen Ausgrenzung in jeder Form“ sagte gestern Abend im Rahmen der Eröffnung Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli. Für die Positiven Begegnungen in Hamburg hat er die Schirmherrschaft übernommen.

Der Verein ist – um mal in der Fußballsprache zu bleiben – Tabellenführer im Profifußball in Sachen Engagment für Emanzipation in einer Welt, in der das nicht selbstverständlich ist. Ausgrenzung von Minderheiten ist im Fußball noch immer furchtbar präsent.

Ausgrenzung eine Absage zu erteilen und Selbstverständlichkeit zu demonstrieren sind die Kernbotschaften der Eröffnungsrede des Schirmherrn:

Oke„Wir möchten deutlich machen: Eine HIV-Infektion muss und sollte keine Rolle spielen im Alltag. Nicht im Stadion und nicht beim Zahnarzt. Nicht auf dem Spielfeld und nicht am Arbeitsplatz. Nicht am Stammtisch und nicht in der Familie.“

Es sind starke Worte die auf begeisterte Zuhörer treffen im Audimax der Bucerius Law School – der Arena der Eröffnung – wie Holger Wicht, Moderator der Eröffnungsveranstaltung und Pressesprecher der Deutschen AIDS-Hilfe – sie in Erinnerung an die gerade zu Ende gegangen Olympischen Spiele getauft hat.

Es ist ein wichtiges Zeichen für einen selbstverständlicheren Umgang im Fußball der gestern hier gesetzt wurde – eine Punktlandung schon zum Auftakt der PoBe: “ Wo Menschen Angst haben, müssen wir aufklären. Zu viele Leute wissen noch nicht, dass HIV durch eine Blutgrätsche nicht übertragen werden kann“ – der Saal – gefüllt mit rund 400 Teilnehmern aplaudiert.

OkeUnd Göttlich fährt fort: „Diesen Menschen müssen wir erklären, dass man HIV ohne Problem Fußball spielen kann, so wie man alles tun kann: Alt werden, arbeiten Sex haben, Sport treiben. Das müssen wir immer wieder deutlich sagen und vor allem zeigen.“

Und er hat Recht. Es ist Zeit das sich was dreht hat Herbert Grönemeyer zur letzten WM bereits gesungen: Wo wir Zurückweisung begegnen, müssen wir erst die gelbe und dann auch mal die rote Karte ziehen. Augsrenzung ist nicht akzeptabel!

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Zeit, dass sich was dreht – sang ja schon Herbert Grönemeyer zur Fußball WM 2012 – und hey, wenn Herbert das singt muss das stimmen. Der hatte doch schon mit seinem Song „Männer“ recht…;-)

Bin dann mal ne Rund Fußballspielen und ihr könnt hier nochmal ganz entspannt den Herbert lauschen:

Foto: DAH/Johannes Berger

So Isses: Mein positives Testergebnis

So Isses – das war der Name einer authentischen Video-Reihe der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU vor rund fünf Jahren. Enstanden sind damals einige Videos, die ungeschminkt und klar die Protagonisten in den Fokus des Betrachters und der interessierten Öffentlichkeit brachten: Menschen mit HIV.  Menschen wie du und ich.

Einer davon war und bin ich. Und wann wenn nicht zum Start der Positiven Begegnungen 2016 – die bis Sonntag in Hamburg stattfinden – könnte man nochmal einen Blick auf dieses Video – meine Geschichte zum positiven Testergebnis – werfen.

Damals lebte ich noch in Augsburg und war verheiratet. Heute lebe ich in Berlin und bin immer noch verliebt. Und nachdem Schwule ja nie älter werden, ist das Video heute noch so „fresh“ wie damals….;-)

Hier gibts meine Geschichte:

Übrigens: Viele andere „So isses“-Videos findet ihr auch  auf YouTube oder über nachfolgenden Link: https://www.youtube.com/user/wwwIWWITde

Und weil Vielfalt rockt – hier noch die Geschichte von Thilo – So Isses.

Die PrEP kommt…

Ich glaub es geht schon wieder los: In zwei Tagen starten die Positive Begegnungen 2016 in Hamburg. Ich freue mich von dort für euch über viele spannende Themen und Neuigkeiten zu HIV/Aids in meinem Blog flosithiv.com zu berichten.

Folgt gerne diesem Blog, liked, kommentiert und diskutiert mit mir und meinen Gesprächspartnern – wir freuen uns drauf. Die Positiven Begegnungen finden alle zwei Jahre statt und bieten der Community eine Plattform zur Weiterbildung und zum Austausch bis zum kommenden Sonntag in der schönen Hansestadt.

Und im Vorfeld der PoBe stehen die Zeichen bei der EU schon mal ganz gut: Die EU-Komission erteilte gestern die Zulassung zur HIV-PrEP. Sie verhindert die Übertragung von HIV prophylaktisch. Neben dem Kondom bietet die PrEP eine weitere Schutzmöglichkeit vor dem HI-Virus. Vorallem schwule Männer mit hohem HIV-Risiko bietet die PrEP zukünftig eine gute, weitere Schutzmöglichkeit.

Mehr Infos zur PrEP findet ihr bereits bei mir im Blog unter:

https://flosithiv.com/20…/…/24/darf-ich-doktor-zu-dir-sagen/

Neben dem Medizinreferenten Armin Schafberger (den ich so gern den Ehrendoktor verleihen würde) sprach ich bei meiner Teilnahme der Welt-Aids-Konferenz in Durban/Südafrika auch mit Dr. (diesmal wirklich ein Doktor-Titel ;-)) Will Nutland von Prepster.info – einer Seite die Menschen beim Erwerb der PrEP behilflich ist. Seht selbst: