Du bleibst unvergessen, Wolfgang Wermter

Die Nachricht vom Tod meines langjährigen ICH WEISS WAS ICH TU-Kollegen Wolfgang Wermter hat mich getroffen und traurig gemacht.

Wolfgang war immer für die Community da. Immer in Aktion. Immer fröhlich. Oft auch unbequem, wenn es der Sache diente. Doch das war immer richtig.

Genau an dieses Engagement hat er nun seinen Herzschlag verloren. Wir vergessen keine Minute davon.

Meine Gedanken sind bei seinem Mann Andreas und all den anderen lieben Menschen, der Familie, Freund_innen und Wegbegleiter_innen die Wolfgang nun in Trauer zurücklässt. Möge seine Seele Frieden finden.

Mein letztes Interview habe ich mit Wolfgang vor drei Jahren geführt.

Es wurde bislang nicht veröffentlicht. Es ist mein letzter Gruß und meine Verneigung vor einem Präventionskollegen, der sich über Jahrzehnte engagiert und mit ganzem Herzen für die Themen „Schutz durch Therapie“ und „Älter werden als schwuler Mann“ eingesetzt hat.

Er und sein Mann waren das erste offen lebende diskortante Paar (ein Partner ist positiv und unter wirksamer Therapie, der andere negativ), welches sich bei ICH WEISS WAS ICH TU, der Präventionskampagne der Deutschen Aids-Hilfe, engagiert und auf zahlreichen Veranstaltungen den Fragen von Interessierten gestellt hat.

Wolfgang und Andreas haben einen entscheidenden Beitrag für die Verbreitung der Botschaft „Schutz durch Therapie“ geleistet.

Wolfgang starb nach langer Krankheit. Sein Lebenswerk bleibt unvergessen.

Wolfgang: „Das ist der Mann, der mir mein Leben wiedergegeben hat.“

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Es ist die Zeit der großen Preise – ob Oskars, Golden Globes oder die Berliner Bären.

Doch die wahren Superhelden sind oftmals nicht die Held*innen der Kinoleinwände, sondern Menschen wie Wolfgang Wermter – der Koblenzer setzt sich seit über 40 Jahren für die queere Community ein. Dafür zeichnet ihn die Stadt Koblenz in dieser Woche aus.

Viele Jahre konnte ich im Rahmen der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU selbst mit Wolfgang zusammenarbeiten. Wolfgang verkörpert Selbsthilfe wie ich sie mir vorstelle: Offen, kommunikativ und für die gute  Sache auch durchsetzungsstark. Mit Wolfgang konnte man jedoch auch streiten und diskutieren  – stets auf Augenhöhe und stets für die Sache. Menschen wir er tun der Präventionslandschaft gut – Authentizität verpflichtet.

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Ende 2015 hat sich Wolfgang aus dem aktiven Ehrenamtsleben bei ICH WEISS WAS ICH TU zurückgezogen. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen macht er sich aber nach wie vor für Menschenrechte stark – zuletzt auch gegen den Aufmarsch der Rechtspopulisten in Koblenz mit seinem klaren Bekenntnis: Koblenz ist bunt.

Auf vielen CSDs haben wir zusammen am Stand gestanden und mit Interessierten über das Leben mit HIV gesprochen – und das obwohl Wolfgang gar nicht HIV-positiv ist.

HIV-positiv ist Wolfgangs Partner Andreas. Gemeinsam machten sich beide stets stark für diskordante Partnerschaften (das sind Partnerschaften in denen eine/r HIV-positiv ist und eine/r HIV-negativ). Sie erklärten das Thema „Schutz durch Therapie“ schon lange bevor das Thema in aller Munde war.

Was ist Schutz durch Therapie? Hier die Erklärung der Deutschen AIDS-Hilfe:

Die Methode beruht darauf, dass der HIV-positive Partner eine gut funktionierende HIV-Therapie einnimmt und dass in seinem Blut seit mindestens einem halben Jahr keine HIV-Viren mehr nachweisbar sind. Dann befinden sich nämlich auch in Körperflüssigkeiten wie Sperma und Scheidenflüssigkeit sehr viel weniger Viren.  Damit ist eine HIV-Übertragung so gut wie ausgeschlossen.

Wichtig: Der HIV-positive Partner muss seine Therapie regelmäßig einnehmen und muss den Erfolg der Therapie regelmäßig  überprüfen lassen.

Die Viruslastmethode sollte man nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt anwenden. Wer mehr Infos dazu braucht findet diese hier.

 

Wolfgangs ehrenamtliches Engagement verdient die Ehrung der Stadt Koblenz und all jener die mit ihm zusammengearbeitet haben. Im nachfolgenden Video gibts keine klassische Dankesrede wie in Hollywood, dafür Wolfgangs schönsten Moment im Ehrenamt und das Resumee eines engagierten Lebenswerks in Koblenzer Mundart  😉

Herzlichen Glückwunsch, Wolfgang!

 

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super, Mann und Frau.

Das Beste kommt zum Schluss: 60 Sekunden Outtakes aus flosithiv.com

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Bye, bye 2016: Zugegeben, an „Dinner for one“ geht kein Weg vorbei.

Damit dieses mitunter viel zu ernste Jahr 2016 jetzt aber endgültig hinter uns gelassen werden kann, gibts auch von mir die besten Outtakes – auch aus noch unveröffentlichten Clips -aus dem vergangenen Jahr.

Was alles bei so nem Dreh schief gehen kann? Bitteschön:

Kommt alle in ein gutes, glückliches und vorallem gesundes neues Jahr und bewahrt euch die Liebe, den Blick auf kleine Dinge die euch glücklich machen und den Humor.

Bussi – euer Flo

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